Wächter des Mittelrheintals
Zwischen Koblenz und Bingen erhebt sich eine der dichtesten Burgenlandschaften Europas — Zeugen einer jahrtausendealten Geschichte von Macht, Handel und Romantik.
Auf einem bewaldeten Hügel über dem Rhein thront das neo-gotische Schloss Stolzenfels — ein Meisterwerk der Romantik, das Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. von Preußen nach Plänen Karl Friedrich Schinkels errichten ließ. Die ursprüngliche Burg aus dem 13. Jahrhundert wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 zerstört und im 19. Jahrhundert als romantisches Sommerschloss wiedergeboren.
An der Mündung der Lahn in den Rhein thront Burg Lahneck über dem Zusammenfluss zweier mächtiger Ströme. Die Burg wurde vom Erzbistum Mainz erbaut, um die einträglichen Silberbergwerke im Lahntal zu schützen. 1689 von französischen Truppen zerstört und im 19. Jahrhundert romantisch wiederhergestellt, beherbergt sie heute ein Burghotel mit atemberaubendem Rheinpanorama.
Die Marksburg ist das einzige nie zerstörte Burgdenkmal des Mittelrheintals — ein lebendiges Denkmal mittelalterlicher Wehrarchitektur. Auf einem schroffen Felsvorsprung 160 Meter über dem Rhein thronend, widerstand sie allen militärischen Angriffen der Jahrhunderte. Heute Sitz der Deutschen Burgenvereinigung und beliebtes Ausflugsziel, gibt sie authentische Einblicke in das Leben des Mittelalters.
Die Stadtburg Boppard liegt unmittelbar am Rheinufer und ist Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Als kurtrierische Burg diente sie einst zur Kontrolle des Rheinzolls und zur Verteidigung der Stadt. Charakteristisch sind ihre vier runden Ecktürme und die nahezu vollständig erhaltene Stadtmauer. Das Burgmuseum dokumentiert die vielfältige Geschichte von der Römerzeit bis ins Mittelalter.
Hoch über den Weinbergen von Oberwesel erhebt sich die weitläufige Schönburg mit ihren charakteristischen Türmen und dem beeindruckenden Bergfried. Einst Stammsitz der Herren von Schönburg, fiel die Burg 1689 den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekriegs zum Opfer. Heute empfängt das romantisch restaurierte Burghotel und -hostel Gäste aus aller Welt mit mittelalterlichem Flair und unvergleichlichem Rheinblick.
Wie ein steinernes Schiff ragt die Pfalzgrafenstein aus dem Rhein — einzigartig unter allen Rheinfestungen liegt sie auf einem Felseiland mitten im Strom. Der Wittelsbacher Ludwig der Bayer ließ sie 1326 erbauen, um gemeinsam mit der Burg Gutenfels auf dem gegenüberliegenden Ufer Zollketten quer durch den Rhein zu spannen. Kein Schiff konnte passieren ohne den Rheinzoll zu entrichten — militärische Ingenieurskunst und wirtschaftliche Brillanz in einem.
Im dichten Soonwald verborgen, erhebt sich Burg Sooneck auf einem Felsvorsprung über dem Rhein — umgeben von uralten Eichen und Buchen, fernab der Hauptrouten. Einst gefürchtetes Raubritterdomizil, ließ Friedrich Wilhelm IV. von Preußen die verfallene Anlage ab 1843 romantisch wiederherstellen als Jagdschloss. Die spätere preußische Königsfamilie nutzte sie regelmäßig zur Sommerfrische, und noch heute atmet Sooneck den Geist der Rheinromantik.
Auf einem steilen Schieferfelsen über dem Rhein thront Burg Reichenstein — einst berüchtigte Raubritterburg, 1282 von Rudolf von Habsburg gebrochen und dem Erdboden gleichgemacht. Nach Jahrhunderten des Verfalls ließ der Industrielle Baron von Mylius die Ruine ab 1834 im romantischen Stil des 19. Jahrhunderts vollständig wiederaufbauen. Heute beherbergt das Schloss ein Museum mit einer der bedeutendsten Jagdwaffensammlungen Deutschlands sowie ein exklusives Burghotel.
Burg Rheinstein gilt als die Mutter der Rheinromantik: Als Prinz Friedrich von Preußen sie 1823 als erste Burg am Rhein romantisch wiederherstellte, entfachte er eine Bewegung, die das gesamte Mittelrheintal neu prägen sollte. Malerisch über einem Felsenvorsprung schwebend, direkt über dem Rhein, war sie Inspiration für Dichter und Maler der Romantik. Die elegante gotische Architektur, der Rittersaal und die Burgkapelle machen sie bis heute zu einem der schönsten Schlösser am Rhein.
Von Koblenz bis Bingen — das romantischste Flusstal Europas